Report von Markus aus Kenia

Report von Markus aus Kenia

Dieses Jahr im Oktober hatte ich endlich einmal die Möglichkeit für zweieinhalb Wochen nach Mombasa, Kenia zu fliegen, um mir dort das Projekt HOPE FOR HOPE anzuschauen. Ich hatte schon viel über das Projekt durch Erzählung von Reg (dem Leiter des Projekts) und Anne Ländner (Patin des Projekts hier in Deutschland) gehört. Aber ich musste mal wieder feststellen, dass es einen riesigen Unterschied macht, ob man theoretisch von etwas hört oder es selbst erlebt und sieht. Ich bin immer noch tief beeindruckt von den Erlebnissen und Begegnungen. Die verschiedenen Bereiche des Projekts sind in den letzten zwei Jahren noch mal gewachsen und haben sich immer mehr etabliert – das Fußballprojekt, das Musikprojekt, das Essensprojekt, das Schulprojekt und neuerdings das Childhood-Rescue-Center – und Regie ist mit vollem Einsatz mittendrin.

Fussballprojekt für Strassenkinder

Das älteste Projekt ist das Fußballprojekt. Es ist toll zu sehen, dass es mittlerweile verschiedene Teams (sogar ein Mädchenteam) gibt und ein eigener Trainer für die Kinder da ist, wenn Regie mal keine Zeit hat. Die Kinder lieben Fußballspielen über alles und verbringen jede freie Minute mit dem Ball. Zu den regelmäßigen Fußballmatches kommen alle zusammen und feuern ihre Mannschaft an. Für die älteren Jugendlichen gibt es das Musikstudio, wo sie eine Plattform haben ihre eigene Musik zu produzieren, einfach abzuhängen oder zu tanzen. Viele reden die ganze Zeit über die neuste Musik und vom Traum irgendwann mal groß raus zu kommen. Manche der Songs schaffen es sogar wirklich in den lokalen Radiosender. Da das Studio für Tonaufnahmen total kaputt war und ich sehen konnte, wie sehr die Jugendlichen dort Musik lieben, haben wir uns entschieden kurzerhand einen neuen Studioraum einzurichten.

Training Tanzgruppe

Eine Sache, die mich sehr fasziniert hat, sind die Tänzer des Musikprojekts. Hope for Hope bietet ihnen die Möglichkeit sich in den Räumen des Projekts auszuprobieren, neue Tänze einzustudieren und ihre Fähigkeiten einzusetzen. Sie haben die Chance an Wettbewerben und Veranstaltungen teilzunehmen. Dabei erleben sie, dass sie etwas können und schöpfen neue Kraft und Hoffnung für den Alltag. Mittlerweile sind die Tänzer kein unbeschriebenes Blatt mehr in der Stadt und haben sogar schon Wettbewerbe gewonnen. Ich konnte sie in Aktion sehen und war sehr beeindruckt.

Viele der Kinder dort haben keine regelmäßige Mahlzeit oder bekommen höchstens einmal am Tag etwas zu essen. Im Moment kochen Regie und seine Mutter einmal in der Woche für ca. 60 Kinder Essen. Es gibt meistens Reis und ein bisschen Gemüse. Die Kinder warten schon Stunden davor darauf, wann es endlich etwas zu Essen gibt. Ich habe selten soviel Essen, in so wenig Zeit, in Kindermünder verschwinden sehen. Ich hoffe, dass irgendwann die Möglichkeit besteht, dieses Angebot noch öfter anzubieten.

Schulbesuche

Ein Projekt, das mir persönlich sehr am Herzen liegt, ist das Schulprojekt. Dabei werden einzelne Kinder des Projekts ausgewählt, um ihnen einen Schulbesuch zu ermöglichen. Schulbildung ist in Kenia nicht selbstverständlich.

Gerade für die höheren Klassenstufen kostet die Schule für die dortigen Verhältnisse viel Geld – 20 Euro im Monat hört sich nicht viel an, aber das können sich dort längst nicht alle leisten. Wenn man sieht, dass die Kinder dort in die Schule gehen wollen, aber einfach nicht können, merkt man erst mal, wie wichtig Bildung für Menschen ist. Ich denke, dass dies eine nachhaltige Investition in die Zukunft der Kinder ist. Im Moment werden ca. 20 Kinder unterstützt und ich hoffe, dass wir noch viele Kinder in Zukunft unterstützen können.

Abschließend möchte ich noch einen kurzen Einblick in den neusten Arbeitsbereich des Projekts geben – dem „Childhood Rescue Center“. Gleich bei meinem ersten Besuch strömte eine große Schar von Kindern auf uns zu. Alle wollten uns begrüßen und Hallo sagen. In einem Raum eines kleinen Hauses begrüßt uns die Leiterin dieses neuen Projekts. Sie ist die Frau eines Pastors und hat vor einiger Zeit das Projekt ins Leben gerufen. Im Childhood Rescue Center können Eltern, die arbeiten müssen, ihre Kinder den Tag über abgeben. Ähnlich wie in einem Kindergarten werden die Kinder morgens gebracht und nachmittags abgeholt. Sie werden mit Essen versorgt, singen und spielen zusammen und haben die Möglichkeit schon einige schulische Dinge zu lernen.

Was in einer kleinen Blechhütte begann, ist jetzt zu einem Projekt mit ca. 40 Kinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren gewachsen. Während der Zeit meines Aufenthalts konnten wir das Haus und die Räume neu streichen. Mittlerweile hat Open Heaven neue Stühle und Tische für die Vorschulkinder besorgt. Wie ihr hier sehen könnt, gibt es noch viel zu tun. Ich bin immer noch sehr voll von den Eindrücken und Bildern in meinem Kopf. Es ist wirklich eine tolle Arbeit, die Regie mit Hilfe von Open Heaven dort leistet. Viele Menschen bekommen auf unterschiedlichen Wegen ein Stückchen Hoffnung mit auf den Weg. Vielen Dank für all die Unterstützung, ohne die das nicht möglich wäre.