Friseursalon bringt Hoffnung

Es ist Dienstag, 16 Uhr Ortszeit in Mombasa, Kenia und es herrscht ein reges Treiben gleich neben dem Hope for Hope Jugendzentrum im Stadtviertel Likoni. Es klappern dort Scheren, ab und zu ertönt das Brausen eines Föns oder Rasierers und es rieseln jede Menge Haare zu Boden. Hier, wo auf bunte Wände lachende Menschen mit voller Haarpracht gemalt und Poster mit den neusten Frisurtrends aufgeklebt wurden, hat kürzlich ein ganz besonderer Friseursalon für die Bewohner des Viertels eröffnet.

Riziki, Kasim, Kelvin und Eliza tun hier mit Leidenschaft das, was sie an einer renommierten Haarschule in Mombasa gelernt haben: sie schneiden und föhnen Haare, modellieren Bärte, flechten und drehen Zöpfe und halten Pläuschchen mit ihren Kunden über die aktuell angesagten Haarmoden. Nach getaner Arbeit, die wie eine kleine Auszeit für die Bewohner Likonis wirkt, entlassen sie ihre äußerst zufrieden wirkenden und frisch gestylten Kunden wieder zurück in den afrikanischen Alltag. Ihr Handwerk scheinen die vier zu beherrschen, denn der bunte kleine Salon ist gut besucht. Lachende Gesichter findet man hier längst nicht nur an den bemalten Wänden, spätestens nach einem kurzen Blick in den Spiegel wirkt hier jeder äußerst glücklich.

Was wie ein ganz normaler Friseuralltag wirkt grenzt jedoch an ein kleines, wahr gewordenes Wunder für die vier jungen, frisch ausgebildeten Friseure. Die bunten Wände des Friseursalons gleich neben dem Jugendzentrum, in dem die vier groß geworden sind, erzählen nämlich eine große Erfolgsgeschichte: Eine Geschichte, in der Hoffnung zur Realität geworden ist. Denn, dass sie einmal das professionelle Friseur-Handwerk erlernen und ihre Familien damit versorgen sowie andere Kinder in Not unterstützen können, war für Riziki, Kasim, Kelvin und Eliza nur ein entfernter Traum.

Alle vier haben keine leichte Kindheit hinter sich. Wie viele andere sind sie in Likoni, dem ärmsten Stadtteil Mombasas und Umgebung aufgewachsen. Dort herrscht neben der mangelhaften Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln außerdem eine äußerst hohe Jugendarbeitslosigkeit. Riziki und Kelvin wuchsen neben zahlreichen Geschwistern mit einer alleinerziehenden Mutter auf. Für sie war es nicht selbstverständlich, etwas Essbares auf dem Teller zu haben. An Schule oder gar eine Ausbildung war aufgrund der hohen Kosten nicht zu denken. Auch der heute erst 23 jährige Kasim musste die Schule frühzeitig abbrechen und hoffte seitdem auf einen Ausweg als Fußballprofi. Das Talent dazu besitzt er allemal. Dass seine zweite große Leidenschaft jedoch das Haarschneiden ist, kam ihm aufgrund der fehlenden Perspektive nicht einmal in den Sinn. Eliza, die ohne Eltern bei ihrer Großmutter aufwuchs, kann heute ihr Glück kaum fassen. Die Schule war für ihre Großmutter schlichtweg unbezahlbar. Für sie kam daher zwischenzeitlich nur eine Heirat als Option aus der Misere in Frage.

Die Arbeit im Friseursalon ist daher für alle vier deutlich mehr, als nur irgendein beliebiger Job. Für sie alle ist ein Traum wahr geworden, den sie sich lange Zeit nicht einmal zu träumen gewagt haben. Wir konnten ihnen gemeinsam mit dem Projekt Hope for Hope vor Ort und mit Hilfe des Münchner ‚Friseursalon Himmelsflügel‘ so eine langfristige Perspektive geben. Durch die Finanzierung der Ausbildung und den anschließenden Bau des Friseursalons konnten wir Riziki, Kasim, Kelvin und Eliza die Möglichkeit geben, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen und damit ein regelmäßiges Einkommen für sich und ihre Familien zu erwirtschaften. Durch ihre Arbeit können sie nun außerdem andere hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche unterstützen und einen Teil ihrer Dankbarkeit zurückgeben, indem der Erlös des Friseursalons in das ‚Hope for Hope Essensprojekt‘ fließt. Mit dem Projekt werden aktuell täglich ca. 100 warme Mahlzeiten für bedürftige Kinder vor Ort finanziert.

Es freut uns daher genauso sehr wie die vier stolzen jungen Friseure, dass wir in Zusammenarbeit mit unseren starken Partnern und Sponsoren zum einen Begabungen fördern und zum anderen einen gut funktionierenden Beitrag zur Hilfe zur Selbsthilfe leisten konnten.

Auch im Namen von Riziki, Kasim, Kelvin und Eliza bedanken wir uns für die großzügigen Spenden und die Bereitschaft, gemeinsam mit uns die Welt dieser Kinder und Jugendlichen ein Stück besser zu machen.

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